Stationenlernen im Musikunterricht optimal einsetzen

Stationenlernen liegt voll im Trend. Inzwischen ist die alternative Lehr- und Lernmethode in nahezu allen Fächern und Schulen angekommen. Das erste Heft der erfolgreichen Reihe „Stationenlernen im Musikunterricht“ des Lugert Verlags ist bereits im Jahr 2002 erschienen. Seitdem ist die Reihe auf 16 Hefte angewachsen, die heute viele zentrale Themen des Musikunterrichts abdecken und als Lernzirkel aufbereiten. So sehr die Lernzirkel seither auch Verbreitung gefunden haben, gilt es doch einige Grundsätze zu beachten, um das volle Potenzial dieser Methode auszuschöpfen. Was ist also zu tun, damit der Unterricht reibungslos und effektiv vonstatten geht? Heidi Thum-Gabler, langjährige Autorin in Sachen Stationenlernen, erläutert Ihnen die fünf größten Missverständnisse und Fehlerquellen auf dem Weg zur optimalen Umsetzung.

1. „Frontalunterricht ist nicht mehr zeitgemäß …“
Stationenlernen ist kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zum Frontalunterricht. Sparsam eingesetzt, freuen sich die Klassen über die Abwechslung und sind erstaunlich arbeitswillig. Fragen Sie also erst nach, ob in anderen Fächern gerade mit Stationen gearbeitet wird, und lassen Sie die Finger davon, wenn die Klasse zeitgleich mit alternativen Methoden überschüttet wird.

2. „Ich lege die Stationen bereit und klinke mich aus …“
Stationenlernen entlastet Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, macht Sie aber nicht überflüssig. Wie Sie wissen, sind die Leistungen der Gruppen unter Umständen sehr unterschiedlich. Helfen Sie den Schwächeren, kontrollieren Sie die Schlitzohren. Ihre Schüler werden sich über die persönliche Unterstützung freuen.

3. „Eine unüberschaubare Menge an Kopien …“
Stationenlernen verursacht keine Papierflut. Erfahrungsgemäß genügen bei einer Klassenstärke von 30 SchülerInnen (etwa 10 Gruppen) und einem Zirkel von 6 bis 8 Pflichtstationen maximal zwei kopierte Ausgaben pro Station. Wahlpflichtstation (bis auf wenige besonders beliebte) kopiere ich nur einmal. Werden die Materialien laminiert (am besten in verschiedenen Farben), so sind sie über Jahre hinweg wieder verwendbar. Zu dieser Arbeitsform gehört auch, dass sich die Gruppen untereinander organisieren, Material austauschen, sich gegebenenfalls gegenseitig helfen bis eine Station frei wird. Das ist Kompetenzförderung!

4. „Das Anhören der Hörbeispiele ist in Teamarbeit nicht möglich …“
Stationenlernen im Fach Musik kommt nicht ohne Hörbeispiele aus – sie sind wichtig zum Verständnis der Aufgaben und der Thematik. Ich gebe zu, dass das Zurverfügungstellen der geeigneten Medien eine Herausforderung ist und uns Lehrern Einiges an Kreativität abverlangt. Unbefriedigend, aber machbar ist die etwas veraltete Lösung mit Discman und Kopfhörern. Besser ist es, die Hörbeispiele als MP3 über den PC anzubieten. Die optimale Version sind fest installierte Hörstationen.

5, „Ich habe mir ein Heft gekauft und jetzt muss alles drin sein, was ich erwarte …“
Die Hefte der Stationenlernen-Reihe ersparen Ihnen einen erheblichen Teil an Vorbereitungszeit. Bitte nehmen Sie sich aber die Zeit den Einführungstext zum jeweiligen Heft genau zu lesen, damit Sie wissen, was das Heft Ihnen bieten wird. Erwarten Sie zum Beispiel mehr analytische Aufgaben als Sie vorfinden, so spricht nichts dagegen, weiteres Material hinzuzunehmen. Dies ist häufig gar nicht notwendig , denn Sie werden feststellen, dass die Aufgaben oft schwieriger sind, als sie auf den ersten Blick erkennen lassen. Schließlich ist zu bedenken, dass die Schüler selbstständig arbeiten.

Heidi Thum-Gabler und der Lugert Verlag wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg im Unterricht!

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Hier geht es zu unserer Reihe Stationenlernen.